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IBM zeichnet drei deutsche Forschungsarbeiten aus

Wegweisende Arbeiten auf den Gebieten der Informatik und Computerlinguistik

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Böblingen - 07 Nov 2012: Die diesjährigen IBM Ph.D. Fellowship Awards gehen an drei Doktoranden der Universitäten München, Potsdam sowie der Universität des Saarlands. Mit dem Stipendium fördert IBM weltweit Forschungsprojekte herausragender Doktoranden für die Dauer von zwei Jahren. Neben einer finanziellen Unterstützung steht im Rahmen des Stipendiums auch die fachliche Unterstützung durch Experten des deutschen IBM Forschungs- und Entwicklungszentrums im Vordergrund. 

In diesem Jahr sind die Preisträger:

Annemarie Friedrich, Universität des Saarlandes

Annemarie Friedrich von der Universität des Saarlands arbeitet an zwei wichtigen Themen der Computerlinguistik: Zum einen daran, wie Computer das in Wörtern, Sätzen und Dokumenten enhaltene Wissen intern so abbilden können, dass diese Darstellungen genutzt werden können, um zukünftige Sprachverarbeitungs-Anwendungen zu optimieren. Zum anderen erforscht sie automatische Verfahren, die es IT-Systemen ermöglichen, Textinformationen besser zu verstehen und zu analysieren.

Informationsextraktion aus Text, das automatisches Zusammenfassen von Inhalten oder so genannte Frage-Antwort Systeme (Question-Answering Systems) sind Beispiele für Anwendungen, die von einer tieferen semantischen Verarbeitung von unstrukturierten Daten wie eben beispielsweise Texten profitieren. Speziell im Bereich Question Answering wurde das im Rahmen des IBM DeepQA-Projekts, das 2011 im IBM Watson-System mündete und das US-Quiz Jeopardy! gewann, erfolgreich gezeigt. Annemarie Friedrich hatte die Möglichkeit, während eines sechsmonatigen Praktikums mit dem IBM DeepQA-Team im T.J.Watson Research Center an dem System zu arbeiten.

Die Anwendungsmöglichkeiten für sprachtechnologische Verfahren sind nahezu unbegrenzt. Bereits heute nutzen Firmen Analyse-Tools, um etwa aus Internet Blogs Meinungstrends zu extrahieren. Systeme, die gezielt Zusammenfassungen von relevanten Textinformationen erzeugen, sind für alle Berufsgruppen interessant, die mit großen Textmengen arbeiten, wie etwa Journalisten, Wissenschaftler oder Studenten.

Christoph Böhm, Hasso-Plattner-Institut, Universität Potsdam

Christoph Böhm vom Hasso-Plattner-Institut an der Universität Potsdam arbeitet an neuen Methoden für das so genannte "Web of Data", das darauf abzielt, dass Maschinen im Internet veröffentlichte Daten interpretieren und verknüpfen können. Diese Daten stammen häufig aus unterschiedlichsten Quellen: So sind sie beispielsweise von Menschen zusammengetragen oder von großen Content Management-Systemen generiert worden. Wenn beispielsweise ein Reiseanbieter in Zukunft Daten von Fluggesellschaften, Zimmervermittlungen, Autovermietungen, Wetterdiensten sowie Bewertungen von Besuchern integriert auf einer Plattform für die Reisebuchung darstellen möchte, braucht es für die  korrekten Verknüpfungen aus großen Datenmengen unterschiedlicher Herkunft übergeordnete Themen sowie so genannte Identifier, die das selbe „Objekt“ mit allen verfügbaren Informationen beschreiben und auf der Website darstellen können. Am Auffinden derart beschreibender Elemente arbeitet Christoph Böhm. Ein Teil seiner Arbeit wird auf der diesjährigen Internationalen Konferenz für Wissensmanagement, CIKM 2012, veröffentlicht.

Florian Funke, Technische Universität München

Datenbankmanagement-Systeme sind heute ein integraler Bestandteil nahezu aller im Einsatz befindlicher IT-Lösungen. Deren Optimierung hinsichtlich Stabilität und Beschleunigung von Datenabfragen hat einen nachhaltigen Einfluß auf die gesamte darauf aufbauende IT-Architektur und fördert damit nicht nur eine verbesserte Analyse und Entscheidungsfindung auf Grundlage der Daten, sondern ermöglicht auch neue Anwendungen auf diesem Gebiet.

Florian Funke von der Technischen Universität München arbeitet am so genannten HyPer-Projekt des Instituts für Informatik. Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit dem Prototypen einer neuartigen und hybriden In Memory-Datenbank. Sie soll es ermöglichen, dass so genannte OLTP- und OLAP-Aufgaben erstmals in einer gemeinsamen Datenbankumgebung parallel ablaufen können: Daten, die in dem einen Teil der Datenbank erstellt werden, können in Echtzeit im anderen Teil analysiert werden. Florian Funke arbeitet an der Optimierung der dafür notwendigen Speicherstrukturen in der Datenbank und versucht damit, zwei bisher getrennte “Welten“ des Informationsmanagements zusammenzuführen.

Über IBM University Relations

IBM fördert mit weltweiten Wissenschaftsprogrammen die Zusammenarbeit mit Forschung und Lehre. Den Schwerpunkt bildet dabei nicht nur die Erforschung von Technologien, die es Unternehmen ermöglichen, Geschäftsprozesse mittels hochflexibler IT-Infrastrukturen dynamisch zu gestalten. Als Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen unterstützt IBM ebenso die Forschung und Lehre im Bereich Services und Consulting. In Deutschland arbeitet IBM eng mit zahlreichen Fakultäten, Lehreinrichtungen und Forschungsorganisationen zusammen und stellt im Rahmen der Academic Initative kostenlos Software und Kursmaterial zur Verfügung.

Mehr Informationen finden Sie unter http://www.ibm.com/de/ibm/unternehmen/university_relations und unter https://www.ibm.com/developerworks/university/phdfellowship/

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