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IBM World Community Grid öffnet sich für Android zur Unterstützung von Spitzenforschung

Mit dem Smartphone Sterne entdecken und Krankheiten heilen. Volunteer-Computing wird mobil: Einstein@Home & IBM World Community Grid ermöglichen es Besitzern von Android-Geräten ab sofort, einen Beitrag zur Spitzenforschung zu leisten.

WIEN/ARMONK - 24 Jul 2013: Android-Nutzer können sich ab sofort einer neuen sinnvollen Funktion ihrer Smartphones und Tablets rühmen: der Unterstützung beim Kampf gegen AIDS und der Entdeckung neuer Sterne. Besitzer von Android-basierten Smartphones und Tablets können erstmalig die überschüssige Rechenleistung ihrer Geräte für die Wissenschaft „spenden“. Mit der ungenutzten Rechenleistung von Smartphones beschleunigen Forscher des IBM World Community Grid und des Einstein@Home-Projekts die Suche nach medizinischen Behandlungsmethoden und unbekannten Pulsaren.

So genanntes Volunteer-Computing ermöglicht es, dass Menschen und Organisationen mit wenig Aufwand zum wissenschaftlichen Fortschritt beitragen können, indem sie Forschern die ungenutzte Rechenleistung ihrer Geräte zur Verfügung stellen. Wissenschaftler bedienen sich bereits seit knapp 10 Jahren aus diesem Pool von gespendeter Rechenleistung, um ihre Simulationen und Datenanalysen durchzuführen. In ihrer Summe entsteht damit die Rechenleistung eines weltweit verteilten Supercomputers.

Bisher haben beispielsweise mehr als 2,3 Millionen Computer, die von mehr als 600.000 Menschen und Institutionen aus 80 Ländern genutzt werden, zu Projekten auf dem World Community Grid beigetragen. Das Ergebnis ist einer der schnellsten virtuellen Supercomputer auf dem Planeten, der für Spitzenforschung genutzt wird. Bis zum Jahr 2013 wurden über 22 Projekte durchgeführt oder als Teil des World Community Grid abgeschlossen. Seit seiner Gründung im Jahr 2004, hat diese von IBM unterstützte Initiative Forscher weltweit kostenlos mit einer Rechenleistung versorgt, die mehr als 750.000 Jahren Rechenleistung eines einzelnen PC entspricht.


Wissenschaftliche Bürgerbeteiligung auf Android-Geräten


Bis jetzt hat Volunteer Computing traditionelle Computer wie Desktops und Laptops genutzt. Allerdings werden mobile Geräte wie Smartphones und Tablets immer leistungsfähiger, energieeffizienter und zahlreicher. Inzwischen gibt es über 900 Millionen Android-Geräte und ihre gesamte Rechenleistung übersteigt die der heute im Einsatz befindlichen größten konventionellen Supercomputer.

Damit diese Geräte in den Grid eingebunden werden können, wurde eine Volunteer Computing-Software der University of California in Berkeley, die so genannte Berkeley Open Infrastructure for Network Computing (BOINC), für Android aktualiert und wird ab sofort im Google Play Story als App angeboten. 

Besitzer von mobilen Geräten, die Android 2.3.3 oder aktuellere Versionen verwenden, können ab sofort wissenschaftliche Bürgerbeteiligung praktizieren, indem Sie BOINC aus dem Google Play Store herunterladen. Sobald die App installiert ist, kann man sich für jenes Projekte entscheiden, für das die überschüssige Rechenleistung des Tablets oder Smartphones gespendet werden soll.

Um die Batterie zu schonen, die Ladezeit zu minimieren, und die Tarifpakete des Nutzers nicht belasten, werden Smartphones und Tablets, auf denen BOINC läuft, standardmäßig nur dann Berechnungen durchführen, wenn sie gerade aufgeladen werden, die Lebensdauer der Batterie noch über 90% beträgt und sie mit Wireless Local Area Networks (WLAN) verbunden sind. Die Einstellungen können jedoch jederzeit individuell durch die Benutzer angepasst werden.


Mit Einstein@Home neue Sterne entdecken


Eines der ersten Projekte, das für Android-basiertes Volunteer Computing aktiviert wurde, ist die Einstein@Home-Suche nach unbekannten Radiopulsaren, die vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover geleitet wird. Android-Nutzer unterstützen hier eine Anwendung, die Daten aus dem Arecibo Observatory in Puerto Rico, dem weltweit größten Radioteleskop, analysiert. Die Applikation sucht nach Radiopulsaren, indem sie deren pulsierenden elektromagnetischen Wellenausstoß nachweist.

Pulsare sind sehr kompakte Sternenreste mit extremen physikalischen Eigenschaften im Vergleich zu normaler Materie. Einige von ihnen umkreisen in geringer Entfernung Begleitersterne und bieten damit einzigartige Forschungsumgebungen für Einsteins Relativitätstheorie. Allerdings sind die Möglichkeiten, neue Pulsare zu entdecken durch die vorhandene Rechenleistung begrenzt. Die zusätzliche Rechenleistung durch Volunteer Computing wird die Einstein@Home Suche beschleunigen und deren Möglichkeiten erweitern, indem sie Wissenschaftlern hilft zu verstehen, wie sich Sterne und das Universum entwickeln.

FightAIDS@Home auf IBM World Community Grid

Ein weiteres Projekt, das für die entsprechenden Smartphones und Tablets aktiviert  wurde, ist FightAIDS@Home, ein Projekt zur Suche nach einer wirksameren AIDS-Behandlung, das von IBM World Community Grid betreut wird. Das Olson Laboratory am Scripps Research Institute mit Hauptsitz in La Jolla in Kalifornien nutzt computergestützte Methoden, um neue Wirkstoffkandidaten zu identifizieren, die die richtige Form und chemischen Eigenschaften haben, um HIV-Protease, HIV-Integrase-oder HIV-Reverse-Transkriptase zu blockieren - eben genau die drei Enzyme, die das Aids-Virus braucht, um zu funktionieren und sich verbreiten zu können.

IBM World Community Grid plant weitere Android-basierte Projekte in der Zukunft. Das Grid wird bereits für die Erforschung von alternativen Energien genutzt, ebenso wie zur Forschung an Heilmethoden gegen Krebs, Malaria und anderen Krankheiten.

Hintergrundinformation:

BOINC

Das BOINC-Projekt wurde im Jahr 2002 an der University of California in Berkeley, mit Unterstützung der National Science Foundation gegründet. Die Entwicklung der Android-Version wurde zum Teil durch das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, dem IBM World Community Grid, der National Science Foundation und Google finanziert.

Einstein@Home

Einstein@Home wurde als zentrales Projekt der „World Year of Physics“ Aktivitäten im Jahr 2005 gegründet und ist ein „International Year of Astronomy 2009“ Projekt. Mehr als 340.000 Teilnehmer weltweit haben seitdem dazu beigetragen, rund fünfzig neue Pulsare zu entdecken. Einstein@Home wird durch das Zentrum für Gravitation und Kosmologie an der Universität von Wisconsin-Milwaukee und dem Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut, Hannover mit finanzieller Unterstützung der National Science Foundation und der Max-Planck-Gesellschaft, geleitet. Das langfristige Ziel von Einstein@Home ist der direkte Nachweis der Gravitationswellen von schnell rotierenden Neutronensternen. Gravitationswellen wurden von Albert Einstein 1916 beschrieben, aber erst jetzt versetzt die Technologie Wissenschaftler in der Lage,  diese Wellen in Raumzeit zu messen.

IBM World Community Grid

Das nicht-kommerzielle Projekt „World Community Grid“ wurde 2004 ins Leben gerufen. Seit Projektstart haben mehr als 2,3 Millionen Computer, die von mehr als 600.000 Menschen und Institutionen aus 80 Ländern genutzt werden, zu Projekten auf dem World Community Grid beigetragen. Das Ergebnis ist einer der schnellsten virtuellen Supercomputer auf dem Planeten, der für Spitzenforschung genutzt wird. Bis zum Jahr 2013 wurden über 22 Projekte durchgeführt oder als Teil des World Community Grid abgeschlossen. Seit seiner Gründung im Jahr 2004, hat die Initiative Forscher und NGOs weltweit kostenlos mit einer Rechenleistung versorgt, die mehr als 750.000 Jahren Rechenleistung eines einzelnen PC entspricht. IBM ist Sponsor dieser Initiative und stellte Hardware, Software und Services zur Verfügung, um die Infrastruktur des World Community Grid aufzubauen und zu betreibenIBM World Community Grid

Weitere Informationen:

IBM's World Community Grid: http://www.worldcommunitygrid.org

Einstein@Home: http://einstein.phys.uwm.edu/

Fight Aids@Home: http://fightaidsathome.scripps.edu

BOINC: http://boinc.berkeley.edu/

Max Planck Institute for Gravitational Physics: http://www.aei.mpg.de/

BOINC for Android FAQ: http://boinc.berkeley.edu/wiki/Android_FAQ

Get the BOINC Android beta application: https://groups.google.com/forum/#!forum/boinc-android-testing

Kontaktinformation

Mag. Christina Laggner
Pressesprecherin IBM Österreich
0043-664-6186875
christina.laggner@at.ibm.com

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