Bilanztest bestanden: 30 Jahre IBM Kreditbank

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IBM Global Financing (IGF) ist der weltweit größte IT-Finanzdienstleister, vertreten in 55 Ländern, mit einer Bilanzsumme von 34 Milliarden US-Dollar und tätig für rund 125.000 Kunden. Damit zählt IBM Global Financing zu den 40 größten IT-Finanzierern der Welt. Die IBM Deutschland Kreditbank GmbH gehört zu IGF. Sie ist weltweit die älteste und größte Bank der IBM: Exakt am 23. September 1982 wurde der IBM Kreditbank die Lizenz für das Bankgeschäft erteilt, das Stammkapital belief sich auf 16 Millionen D-Mark. Zu Beginn waren zehn Mitarbeiter an Bord, die Bilanzsumme am Ende des Gründungsjahres betrug 22,6 Millionen D-Mark. Damaliger Auftrag der IBM Kreditbank war die Vergabe von Ratenkrediten an die Kunden des IBM Konzerns – ausschließlich zum Kauf von IBM Produkten sowie die Darlehensvergabe an Mitarbeiter der IBM Deutschland zur Finanzierung von IBM Personal-Computern. Dieses Geschäftsmodell hat sich in den vergangenen 30 Jahren massiv gewandelt: Heute wird die Kompetenz von IT, Bank und Channel hier gebündelt. Neben der klassischen Finanzierung des Vertriebskanals der IBM ist der Anteil der Kreditvergabe im Geschäft mit strategischen Partnern signifikant gestiegen. Insgesamt hat sich die IBM Kreditbank als Institut mit einem geringen Eigenkapital und einer kleinen Bilanzsumme zu einem bedeutenden Player für den Vertrieb, die Distribution, den Channel und für strategische Partnerschaften entwickelt. Uwe Bräuning und Marco Kempf, die Geschäftsführer der Bank, geben Einblicke in Geschichte und Perspektiven des IBM Finanzinstituts.

Frage: Herr Bräuning, warum wurde die IBM Kreditbank 1982 gegründet und wie ist ihre Stellung im weltweiten IBM Verbund?

U. Bräuning: Unser Ziel war es, mit der IBM Kreditbank das Geschäft der IBM zu unterstützen, unseren Kunden schneller zu IBM Hardware zu verhelfen und den Mitarbeitern den Erwerb von den in den 80er Jahren noch teuren PCs zu erleichtern. Zur Abbildung des Geschäftsmodells und den vorhandenen Regularien war es im deutschen Markt deshalb notwendig, eine Banklizenz zu beantragen. Heute sind wir mit unserem Geschäftsmodell, das wir über die IBM Kreditbank steuern, ein nicht mehr wegzudenkender Partner sowohl für die IT-Distribution unserer Geschäftspartner als auch für unsere strategischen Partner.

Frage: In dieser Zeit haben sich die IBM, die gesamte Branche, aber auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehr stark gewandelt. Welche Entwicklung hat das Geschäft der Kreditbank in diesen drei Jahrzehnten genommen?

U. Bräuning: Wir haben uns in jedem Jahrzehnt seit der Gründung einer neuen, zentralen Herausforderung gestellt: In der ersten Dekade stand zunächst der Aufbau des Kreditgeschäfts und kundengerechter Finanzierungslösungen im Vordergrund. Die zweite Dekade stand im Zeichen der Geschäftspartner. In dieser Zeit kümmerten wir uns vor allem um den Auf- und Ausbau der Business Partner und des Channel Geschäfts. In der dritten Dekade schließlich haben wir intensiv an einer Erweiterung des Geschäftsmodells im Distributorengeschäft mit strategischen Partnerschaften gearbeitet. Dies bedeutete eine spürbare strategische Erweiterung unseres Geschäftsmodells und einen echten Gewinn für unseren Absatz im Channel.

Alle Dekaden waren von einem Ziel geprägt: Das Wachstum der IBM zu unterstützen, ihr Ökosystem zu sichern und zu erweitern. Wobei insbesondere der Ausbau des Channel-Geschäfts und ein reibungslos funktionierender Distributions-Kanal erst durch unsere einzigartigen Offerings signifikant unterstützt wird. Ich als Geschäftsführer ‚Marktfolge’ verantworte in diesem Kontext übrigens auch das komplette Risikomanagement.

Frage: Wo sehen Sie darüber hinaus die besonderen Vorteile einer solchen Bank für Kunden und Business Partner?

U. Bräuning: Zunächst einmal gehören wir als Teil von IBM Global Financing zu den größten und solidesten IT-Finanzierern der Welt. Doch das ist nicht alles: Gegenüber Universalbanken haben wir den ganz entscheidenden Vorteil, dass vor allem die Kunden und Business Partner der IBM von unserem profunden Wissen rund um die IT auch beim Thema Finanzierung erheblich profitieren können. Denn wir kennen und verstehen die Notwendigkeit und Erfordernisse der immer anspruchsvoller werdenden IT-Projekte. Es handelt sich hier um ein hoch spezialisiertes Geschäft, das eine entsprechende Expertise voraussetzt.

Marco Kempf als Geschäftsführer ‚Markt’ leitet in einer Doppelspitze zusammen mit Uwe Bräuning Geschäftsführer ‚Marktfolge’ die Bank. Er gibt Auskunft über die gegenwärtigen Geschäftsschwerpunkte und die Perspektiven der Bank.

Frage: Herr Kempf, Customer Financing und Commercial Financing sind die Grundpfeiler ihres Geschäfts. Können Sie uns kurz die Unterschiede erklären?

M. Kempf: Wir bereits erwähnt, haben sich in den vergangenen Jahren die Schwerpunkte unseres Geschäfts verlagert. Ging es zunächst vor allem um die klassische Investitionsfinanzierung von Kundengeschäften, das Customer Financing – das sind längerfristige Finanzierungen zumeist mit Großkunden – sind wir seit Ende der 90er Jahre auch im so genannten Commercial Financing engagiert, und das mit eindeutig wachsender Tendenz. Dabei steht die Betriebsmittelfinanzierung beziehungsweise die Finanzierung des Wareneinkaufs unser Business Partner im Mittelpunkt. Das Prinzip ist so einfach wie überzeugend: Durch die Wareneinkaufsfinanzierung über die Kreditbank haben die Geschäftspartner die Möglichkeit, Lieferantenrechnungen später als bisher zu bezahlen und sind damit in der Lage, Liquidität zu erhalten beziehungsweise besser zu planen. Diese Betriebsmittelkredite und Factoringlösungen sind ein wichtiges Instrument, mit denen die Kunden der IBM Kreditbank Liquidität schöpfen und auch Risiken steuern können. Im Commercial Financing sehen wir deshalb auch in Zukunft einen klaren Schwerpunkt für das Wachstum unserer Geschäftstätigkeit.

Frage: Apropos Zukunft: Welche Potenziale sehen Sie, wie geht es mit der IBM Kreditbank weiter?

M. Kempf: Wir sehen im Distributions-Kanal einen ganz bedeutenden Faktor. Denn uns treibt nicht allein die Absatzfinanzierung, sondern wir wollen den kompletten IT-Channel End-to-End mit Finanzierungslösungen versorgen. Dafür ist es notwendig, den Markt und seine Bedürfnisse zu kennen, gewissermaßen die Perspektive des Marktes einzunehmen, und dafür maßgeschneiderte Finanzierungslösungen zu konzipieren. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei ganz klar auf dem Wachstum des IBM Ökosystems und der Ausweitung des Geschäftsmodells mit strategischen Partnern. Unser Ziel ist es, für sie der präferierte Finanzierungspartner zu werden. Und dafür sind wir mit unserer Expertise bestens positioniert. Herr Bräuning, Herr Kempf, wir danken für das Gespräch.

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